Im Rahmen des Siegener Urban Art Festivals „Out and About“ verschönern wir die Innenstadt! Einen Tag lang konntet ihr Henner und Frieder mit Superheldencapes sehen – als kleiner Teaser für unsere Kunstaktion. Die Capes waren übrigens die betanzten Tücher vom K-Pop-Randomdance und haben den beiden massiven Statuen fantastisch gestanden. Aber was hatte es damit auf sich?

Unser Beitrag zum Kunstfestival ist die Bildgeschichte „Henner und Frieder“, mit der wir eine kleine Origin- Story für die beiden Statuen an der Siegbrücke erfinden. Der etwa 15 Meter lange Comic hängt nun an der Wand des Herrengarten-Gebäudes direkt am Siegufer. Rund einen Monat lang haben wir, Freddy und Clara mehrmals die Woche dort gezeichnet und gemalt. Dabei haben wir tatkräftige Unterstützung von unseren Freundinnen Tina und Paula bekommen. Mit Bleistift und Pinsel arbeiteten wir uns Meter für Meter vor. Die Geschichte ist nicht direkt auf die Wand gemalt, sondern auf mehrere Metallplatten, die an die Wand geschraubt sind und sich dort auch wieder abnehmen lassen. Grundiert haben wir mit hellgrauer Wandfarbe und zum Malen benutzten wir schwarze Acrylfarbe.

Der Comic hängt dort noch mindestens bis zum 18.10.2020. Was danach mit ihm passiert, das wissen wir noch nicht – lasst euch überraschen (Ideen, Kaufinteresse und Vorschläge gerne an clara.wanning@jumaev.de …)

Lauter nette Menschen aller Altersgruppen kamen vorbei und lobten unser Projekt. Die Leute finden das Projekt fantasievoll und abwechslungsreich und immer wieder bleiben welche stehen und schauen sich das Bild länger an – denn es gibt ja auch viel zu entdecken! Wir freuen uns sehr über die vielen freundlichen Worte und wurden auch schon mit dem Comic in der „Lokalzeit Südwestfalen“ (eine Lokalsendung des WDR) erwähnt. Das Video könnt ihr euch auf unserem YouTube-Channel anschauen (und gerne teilen). Hier ist es auch noch einmal direkt für euch eingebettet:

Im Beitrag der “Lokalzeit Südwestfalen” könnt ihr das Projekt während seiner Entstehung sehen. Die Aufnahme ist vom 07.09.2020 und zeigt unsere Vereinsmitglieder (und Künstlerinnen!), Clara und Freddy, bei der Arbeit. Wie im Video zu hören ist, sind die Siegener durchaus angetan von der Idee!

Die Geschichte haben wir uns natürlich selber ausgedacht. Da wir ein Jugendkulturverein sind und das Kunstwerk auch direkt in der Innenstadt hängt, wollten wir gerne etwas einfaches und leicht verständliches malen, damit jeder, ob groß oder klein, die Handlung selber nachvollziehen kann. Daher sind die Panels (die einzelnen Bilder) auch alle rechteckig, überlappen sich nicht und tun auch nicht andere abgefahrene Dinge, wie die Comicenthusiasten unter euch es vielleicht von künstlerischen Avantgarde-Comics kennen. Wir haben auf einfache Erkennbarkeit Wert gelegt, damit auch Menschen mit wenig Comicerfahrung (oder schlechten Augen) etwas mit unserer Bildgeschichte anfangen können. Einen Kunstgriff haben wir uns dann aber doch erlaubt: der Comic ist beidseitig zu lesen, das heißt, er beginnt jeweils an den Seiten der Wand und endet in der Mitte. So kann man die Geschichte lesen, egal aus welcher Richtung man kommt. Außerdem haben wir auf Text verzichtet – bis auf einige Soundwords sind alle „Sprechblasen“ statt mit Worten mit kleinen Bildchen gefüllt, wir erzählen den Comic also praktisch ausschließlich durch Bilder. So können auch Leute unsere Geschichte verstehen, die (noch) nicht lesen oder (noch) nicht gut Deutsch können. Für die Neugierigen unter euch haben wir auch in vielen Panels kleine Eastereggs versteckt – welche könnt ihr entdecken?

Capes für die Lokalhelden: Bergmann Henner (l.) und Hüttenmann Frieder (r.) zeigten sich zum Auftakt der Kunstaktion in neuem Gewand! Welche Rolle die beiden im Comic spielen, könnt ihr jeden Tag ein Stückchen mehr erahnen.